Seyffardt-Denkmal

Ludwig Friedrich Seyffardt Ludwig Friedrich Seyffardt
1827 - 1901

Fragte man beliebige Krefelder, ob sie einen L.F.Seyffardt kennten und womöglich ein Denkmal, das ihm gewidmet ist, man würde wohl allgemeines Schulterzucken ernten. Im Internet erhält man die Auskunft, dass das angesprochene Denkmal einst auf dem Ostwall, ein wenig nördlich der Hauptpost gestanden habe.

Die Reste des Denkmals – 1940 der figürlichen Darstellungen aus Bronze beraubt („Metallspende des deutschen Volkes“ für die darbende Rüstungsindustrie) – seien nach dem Kriege „in einer wenig beachteten Ecke Krefelds „versteckt“ wieder aufgestellt“ worden. Diese „wenig beachtete Ecke“ ist das kleine Rasenstück an der Leyentalstraße, gegenüber dem Kaiser-Friedrich-Hain.

Um künftig freundlichere Auskünfte zu erzielen, wird die Bürgergemeinschaft versuchen, dem „Versteck“ gärtnerisch etwas aufzuhelfen und Herrn Seyffardt ein Stück mehr in unser Bewußtsein zu bringen.

Wer also war Ludwig Friedrich Seyffardt, was hat ihn denkmalwürdig gemacht?

1827 in Aachen geboren, kam er mit 15 Jahren nach Krefeld zu seinen Verwandten. Er lernte Kaufmann in der Samt- und Seidenfabrik seiner Schwäger, den Gebr.- vom Bruck; mit 30 Jahren wurde er dort Teilhaber.

Finanziell unabhängig verschrieb sich L. F. Seyffardt seit seinem 40. Lebensjahr dem Gemeinwohl und „entwickelte in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ungestüme Aktivität“ (E. Köppen). Er gehörte zu den führenden nationalliberalen Politikern seiner Zeit, war Stadtverordneter, war Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und diverser bedeutender Gremien. Schwerpunkt seines politischen Wirkens war die Schulpolitik und hier vor allem der Kampf um bessere Bildungsmöglichkeiten für die Frauen und um die – bekenntnisübergreifende – Simultanschule.

Nicht zuletzt seinem politischen Einfluss ist es zu danken, dass 1896 die ersten sechs Frauen in Preußen, darunter zwei mit dem Namen "von der Leyen", das Abitur machen konnten.

Und in seinem 1900 veröffentlichen Tagebuch notiert er: “Wenn ich mit dem Oberbürgermeister Roos der eigentlichen Urheber, Schützer und Mehrer der Simultanschulen gewesen sein soll, so will ich mich dieses schweren Verbrechens gerne schuldig bekennen.

Dieses „schwere Verbrechen“ dankten ihm die Mitbürger mit der Errichtung des – von dem Düsseldorfer Bildhauer Gustav Rutz gestalteten - Denkmals auf dem Ostwall. Ein granitener Obelisk trägt das Konterfei Seyffardts. Drei allegorische Figuren aus Bronze - zwei Schulkinder und eine, die Wohltätigkeit der Stadt versinnbildlichende junge Frau – umspielten einst den Sockel.

Heutiger Standort des Seyffardt-Denkmals: Leyentalstraße Ecke Schillerstraße - gegenüber dem Kaiser-Friedrich-Hain.

Ludwig Friedrich Seyffardt

Sockelinschrift:

Dem tatkräftigen Förderer der Wohltätigkeit und Volksbildung dem treuen Vaterlandsfreunde

(1827–1901)

Errichtet im Jahre 1905 von seinen Mitbürgern und Freunden